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Hallo und willkommen auf der Erzählbank am Brink.
Brink. Mhm, was ist denn ein Brink?
Brink ist die Bezeichnung für einen freien Platz im Dorf.
Im Mittelalter war der Brink ein Schutzwald am Rande des Dorfes. In späterer Zeit wurde dieser Platz zum Teil als Wiese und Weide genutzt und zum Teil an die sogenannten Brinksitzer abgegeben, die am Rande des Dorfes ihre Häuser bauten.
Der Brink war immer ein wichtiger Treffpunkt im Dorf. Zur Erntezeit wurde hier mit der Dreschmaschine gemeinsam das Korn gedroschen und es wurden Gerichtsverhandlungen von kleineren Straftaten abgehalten.
In Steinwedel gibt es zwei Brink Plätze. Einen von ehemals Groß Steinwedel an der Kirche und einen von ehemals Klein Steinwedel,Ah – der an dem wir hier jetzt sitzen?
Genau. Groß- und Klein Steinwedel waren geteilt durch das Fischerbruch, also durch nasse Landflächen, die durch Hochwasser der Aue oft unter Wasser standen.
Klar – und dann brauchten beide Teile von Steinwedel so einen Platz, wenn das Wasser hochstand, konnte man sicher schwer von Einem zum Anderen kommen.
Wirklich viel Platz hat man hier am Brink aber nicht hier stehen so viele Bäume.Ja heute – über das Programm der Dorfentwicklung wurde 1997 der Platz neugestaltet. Der Heimatverein Steinwedel und die Anlieger am Brink ließen den Platz befestigen und er wurde begrünt. Auch das Buswartehaus im fachwerkstiel wurde errichtet. Und in der Mitte vom Grün findet ein riesiger Findling seinen Platz, zur Erinnerung an die 975 JahrFeier. Er wurde in der Feldmark von Steinwedel gefunden.
Oh – der Stein ist wirklich riesig. Dahinten, hinter dem Buswartehaus, habe ich einen kleinen Stein gesehen. Sprötzenhus steht darauf. Was bedeutet denn das?
Das ist zur Erinnerung. Am Brink stand dort früher das Sprötzenhus, also das Feuerwehrhaus. Es hatte einem hohen Schlauchturm, in dem die Feuerwehrschläuche nach dem Einsatz zum Trocken aufgehängt wurden. Manchmal wurde im Sprötzenhus auch ein Straftäter vom Dorfpolizisten festgesetzt. Ja, jedes Dorf hatte seinen eigenen Polizisten, der für Recht und Ordnung sorgte. Ach, und dann gab es da noch den Linnepaul.
Linnepaul – wer war das denn?
Nicht wer, sondern was. Linnepaul war ein kleiner Teich oder besser Tümpel auf dem Brink hinter dem Sprötzenhus. Paul heißt „kleines Wasser“ und Linne kommt sicher von Leinen. Im Linnepaul wurde wahrscheinlich Leinen gewaschen und auf der angrenzenden Wiese getrocknet. Aus dem Teich wurde auch Wasser zum Löschen entnommen, als es noch keine Wasserhydranten gab.
Da war auf dem Brink früher ja richtig was los und der Platz war auch wichtig. Heute ist das ehr nicht so, oder?
Naja – heute feiern wir hier Feste wie das Maibaumfest oder im Jahr 2023 die tausend und ein Jahr Feier.
Ganz in der Nähe von unserem Sitzplatz steht auch die Orientierungstafel. So kannst du die Umgebung erkunden. Vielleicht findest du ja das Fischerbruch, welches Groß- und Klein Steinwedel teilte?Wenn du mehr Geschichten über Steinwedel hören möchtest, schau gerne auf die Internetseite des Heimatvereins Steinwedel.
Heimatverein Steinwedel